Schreiben extrem // #3

Schreiben extrem 2015

Ich bin wieder da!

Und man mag es kaum glauben, aber hier auf dem Land haben sich ein paar Dinge geändert, seit ich vor zwei Wochen zuletzt hier war.

Die Nacktschneckenplage wurde durch Bienen abgelöst und die Maus hat Omas Attacken überlebt. Außerdem baut der Maulwurf sein unterirdisches Reich nun nach einem neuen, scheinbar willkürlichen Plan aus und die Mirabellen sind reif. Klingt nett, oder? Die Mirabellen sind reif. Ist es aber nicht! Der verdammte Baum steht nämlich direkt neben dem Haus und eine Armada fetter Fliegen hat sich auf den am Boden liegenden Früchten niedergelassen. Der Schwarm hüllt mich jedes Mal ein, wenn ich einen Schritt vor die Tür wage und auch mein Heuschnupfen hat sich entschlossen, mich nun doch noch mal zu besuchen.

 

 

Von diesen kleineren Plagen mal abgesehen, läuft’s.

Alles, bis auf das Internet natürlich. Aber daran habe ich mich ja schon beinahe gewöhnt. Gestern Abend habe ich eine E-Mail an Lotta gesendet. Sie liegt immer noch im Ausgang. Den Instagram Feed brauche ich gar nicht anzuwerfen. Bin schon froh, wenn ich mal ein Foto abgesetzt bekomme. Aber ich soll ja auch nicht Posten, sondern Schreiben.

An dieser Front tut sich nämlich Einiges! Die #ADIP Testleser sind voll dabei. Toby und Steffi kommen gut voran. Steffi hat sich sogar in nur einem Tag durch ganze 39 Kapitel gearbeitet. Respekt! Ich hoffe insgeheim, dass dies nur Gutes bedeuten kann. Der Rest der Testleser muss leider noch ein paar Dinge erledigen, bevor es so richtig losgehen kann aber, dann ist es wenigstens nicht so schnell vorbei und ich habe was davon.

Weil ADIP nun so rund läuft, habe ich tatsächlich Zeit mich mit neuen Projekten zu befassen. Vor zwei Wochen kam mir hier draußen eine Idee. Eine wage Idee, zugegeben, aber es ist immerhin ein Anfang. Der grobe Plot steht und nun ist es an mir, daraus eine Geschichte zu basteln.

Gestern habe ich Kapitel zwei fertiggeschrieben und mich mit meinen ersten beiden Charakteren angefreundet. Normalerweise erzähle ich euch ja gerne ein wenig über die Storyline, aber in diesem Fall fällt das schwer. Nicht, weil ich mir unsicher bin oder euch quälen will. So ist das nicht. Jedoch ist das Thema dieses Mal schwer in Worte zu fassen, ohne gleich zu viel zu verraten. Keine Ahnung, wie ich für dieses Buch Werbung machen soll! Haha …

Ansonsten muss ich mich erst mal wieder an das Zeitlupentempo gewöhnen, mit dem die Dinge hier voranschreiten. Internet, Kochen und Duschen brauchen ihre Zeit. Mehr, als in der Zivilisation. Und so muss ich zusehen, dass ich mir meine Arbeitsabschnitte gut einteile. Großmutter Newman schaut täglich vorbei und ich will auch bei der Arbeit auf dem Grundstück helfen. Mein erster Punkt auf der Liste ist, diese verfluchten Mirabellen wegzuräumen!

 

 

Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, in diesem Reiseintervall auch mal ein wenig an mich zu denken. Ich würde gerne mit dem Longboard über die geteerten Weidewege fahren, um etwas Übung zu bekommen. Und ich möchte versuchen am Samstag mal in die Stadt zu fahren und mir ein Eis oder vielleicht sogar einen Besuch im Museum zu gönnen.

Die erste Nacht war eigentlich nicht schlecht. Nur der Morgen war etwas holperig. Kaffeekochen dauert hier ja immer etwas länger als daheim und so stand ich heute Früh mit zusammengekniffenen Augen vor dem Kessel und habe versucht ihn durch pure Gedankenkraft schneller heiß werden zu lassen. Als ich dann endlich Wasser durch den Filter jagen konnte, stand plötzlich ein hanseatisch plappernder Mann auf der Wiese. Ein Kumpel meiner Großmutter, der die Laubsäcke aus dem Schuppen abtransportieren wollte. Noch vor dem ersten Kaffee körperliche Arbeit zu verrichten ist eigentlich nicht mein Ding, aber ich bot natürlich sofort meine Hilfe an. Ungeachtet der Tatsache, dass ich noch meine Schlafanzughose trug, habe ich mich wohl ganz gut geschlagen. Danach gab es endlich Kaffee und die übliche, sehr kalte Gartenschlauchdusche.

Auch habe ich mich dieses Mal besser auf die Widrigkeiten hier vorbereitet. Über meinen Google Play Account sind zwei Filme in den Offline-Modus gewandert. So kann ich auch mal etwas zum Essen schauen und bin nicht vollständig auf Bücher oder meine eigenen, irren Gedanken angewiesen.

Das ist also der Status, liebe Leute! Ich hoffe, ihr vergesst mich nicht und melde mich bald wieder!

 

Laura Newman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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