Schreiben extrem // Tag 5

Tag 5

Ich sollte den Titel dieses Artikels von “Schreiben extrem” zu “Schreiben, mal seh’n” abändern!

Tatsächlich schreibe ich hier nämlich sogar noch weniger, als im Alltag. Inzwischen habe ich aber begriffen, dass dies hauptsächlich an der Stormversorung liegt. Weil ich ständig in Panik gerate, meine Akkus könnten schlappmachen, neige ich dazu nur abends zu schreiben und nicht wie sonst dann, wenn es gerade wuppt.
Abhilfe sollte ein neuer 12 Volt Adapter mit monstermäßiger Ausgangsleistung schaffen. Diesen sollte ich bis Mittwoch erhalten. Und – nein – der Postbote kommt hier in der Einöde nicht vorbei. Ich muss also zurück in die Zivilisation. Aber nur für ein paar Tage.

Was hält mich sonst noch vom Schreiben ab? Das Essen! Hier wird rund um die Uhr gegessen. Woran liegt das? Ganz klar: verlockende Gelegenheiten.
Ich befinde mich hier nämlich in Großmutter Newmans Reichweite und somit erreichen mich tagtäglich irgendwelche Leckereien. Ich habe das mal Bildhaft dokumentiert, wenn auch nur einen Bruchteil der verzehrten Speisen. Und wer sich fragt, was das für ein grauer Matsch ist, den ich da in der Pfanne schwenke – das ist Labskaus. Ein typisches, Bremer Gericht. Besteht aus Corned Beef und Kartoffeln + ein wenig Rote Beete Saft und so Kram.

Das Gute, an Essen mit und von Oma: Man bekommt auch immer noch eine kleine Geschichtslektion. So weiß ich nun, dass Labskaus früher ein Seemannsessen war und ursprünglich mit Pökelfleisch zubereitet wurde.

Und noch so eine Oma-Sache: Kuchen! Es wird jeden Nachmittag Kaffee getrunken und dazu gibt es immer (ja wirklich immer!) Kuchen. Irgendwann an Tag 3, als es Schokoladenüberzogene Donuts gab, habe ich aufgehört mich zu wehren und dann auch gleich zwei gegessen …

Was gibt’s sonst noch? Ach ja richtig! Das Eichhörnchen. Es ist tot.

Ich muss dazu sagen, hier gab es immer ein Eichhörnchen. Schon als ich klein war und das Wort nicht mal aussprechen konnte, gab es eins. Nun ist es dahin. Oma berichtete, sie hätte seinen letzten Atemzug miterlebt und auch die letzten, leidigen Versuche sich von einem Busch zum nächsten zu bewegen. Dann ging es von uns.

Ihr könnt euch vorstellen, dass die Freude groß war, als ich gestern ein Ersatz-Eichhörnchen entdeckte. Nur ist dieses von völlig anderer Mentalität. Nicht so ruhig und erfahren, wie sein Vorgänger. Eher laut und vorwitzig. Während ich versuchte ein Foto für euch zu machen, keifte es mich wie wild an und beschimpfte mich auf Übelste! Ihr seht: Ich gebe alles, für einen Safari-mäßig authentischen Bericht! 😀

Das Foto ist trotzdem nur so mittel geworden …

Eichhörnchen

 

Höhepunkt des heutigen Tages war der Besucht meiner Eltern. Papa, verspielt wie eh und je, brachte einen kleinen, ferngesteuerten Hubschrauber und eine dieser Trauerlicht-Fackel-Flug-Dinger mit. Genaue Bezeichnung ist mir entfallen. Jedenfalls haben wir risikofreudig wie wir eben sind beschlossen, das Teil trotz knochentrockener Weiden, Bäume und komplett aus Holz gebautem Haus, fliegen zu lassen.

Auch das ist eher semi gelungen aber es war ein riesen Spaß. Dank Schnursteuerung sind auch weder Haus, noch Eichhörnchen in Flammen aufgegangen!

Fackel

Womit wir dann auch wieder beim abendlichen Schreiben angelangt wären. Ich muss die NACHTSONNE Fans enttäuschen, ich habe es wieder nicht geschafft dort weiterzumachen aber dafür steht Kapitel zwei des neuen Buches. Mein zweiter Protagonist, der auch die zweifelhafte Rolle des bösen Widersachers übernehmen wird trägt den wunderbaren Vornamen “Lamar”. Das stimmt mich fröhlich!

Ganz vielleicht werde ich gleich noch etwas an der NACHTSONNE arbeiten aber ich will nichts erzwingen.

Wie oben schon erwähnt, unterbreche ich mein Einsiedlerleben ab morgen Abend für ein paar Tage aber es geht danach nahtlos weiter und ich hoffe, ihr bleibt dran 😀

Meine Pro- und Kontrapunkte heute:

Positiv

  1. Bei Regen auf der Veranda sitzen und die Vögel bei der Regenwurmsuche beobachten
  2. Gänseblümchen mit den Zehen vom Rasen pflücken

Negativ

  1. Viele, tote Fliegen auf dem Boden im Haus
  2. Mirabellen auf den Kopf kriegen, weil sie reif sind und der Baum genau über dem Esstisch steht 😉

Gruß und Kuss,
Laura aus dem Exil 😀

 

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Lust auf mehr?

Hier geht es zur kompletten Artikelserie “Schreiben extrem 2014”!

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