In diesem Artikel erfährst du, was sich bei meinen gestalterischen Dienstleistungen ab 2026 ändern wird. Mein Angebot wird einer Schlankheitskur unterzogen und das wird für alle vor Vorteil sein.
Warum ändert sich etwas?
Eine berechtigte Frage, denn es läuft wirklich grandios im Laura Newman-Grafikdesign-Universum. Und jeder weiß: „never touch a running …“
Und klar, ich bin so unfassbar stolz auf meine Arbeit und das, was ich mir über all die Jahre erarbeitet habe. Aber wenn man mal genau hinschaut, ist es längst nicht mehr das, was ich mir aufgebaut habe! Äußere Umstände hatten in den letzten Jahren großen Einfluss auf mich und mein Unternehmen.
Da Veränderungen im Rahmen meiner Selbstständigkeit jedoch historisch gesehen eigentlich immer zu etwas Guten geführt haben, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, dass etwas in die falsche Richtung läuft. Ich steckte zu tief drin, um es zu bemerken.
Ich werde an dieser Stelle ein wenig ausholen, wer also ungeduldig wird, und einfach bloß wissen will, was sich denn eigentlich ändert, findet die Antwort weiter unten. Wer sich für den Hintergrund interessiert, kann schon mal die Teetasse bereitstellen. Ich muss ein paar Jahre zurückgehen und ganz am Anfang beginnen.

2012 machte ich mich nebenberuflich selbstständig. Damals arbeitete ich 42 Stunden die Woche in einer Werbeagentur, wo ich mich mit Newslettern und Websites für große Konzerne befasste. In den ersten Jahren machte das noch Spaß, doch irgendwann wurde es sehr eintönig, dann frustrierend und schließlich sogar belastend. Ich musste etwas ändern, musste mich an anderer Stelle kreativ ausleben, um die Laune hochzuhalten. Und so begann ich 2010 zu schreiben und veröffentlichte 2013 mein erstes Buch.
2014 kündigte ich meinen Agenturjob und lebte ab da an von den Einnahmen meiner Bücher. Es war toll! Ich konnte das Schreiben mit meinem erlernten Beruf (Mediengestalterin) kombinieren. Statt sich ständig wiederholenden flachen Werbeversprechen zu Kaffee-Kapseln, Hautcremes und Co, gestaltete ich nun meine eigenen Buchcover, Lesezeichen, Banner und brachte mir den Buchsatz bei.

2015 begannen Autorenkollegen an mich heranzutreten. Ihnen gefielen meine Cover. Gelegentlich gestaltete ich nun also auch Buchcover für andere Autoren aus der Community, wobei ich keine Ahnung hatte, was man für diese Arbeit nehmen sollte und, aus heutiger Sicht, völlig verrückt niedrige Preise anbot. Aber es hat Spaß gemacht und es war gut zu wissen, dass es neben dem Schreiben noch eine weitere Einnahmequelle geben könnte.
2016 begann der Self Publishing Markt sich zu verändern. Was zuvor noch neu und unerforscht und mit einem wunderbaren Gemeinschaftsgefühl verbunden war, mutierte nach und nach zu etwas, das leider immer weniger mit Herzblut zu tun hatte und dafür in eine Art Gerangel um die Top-Ten-Plätze der Amazon-Charts ausuferte. Meine Einnahmen aus den bereits veröffentlichten Büchern sanken und es wurde immer schwerer gleichzeitig meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und die Ausgaben für das Herausbringen neuer Bücher zu decken. Ich beschloss also mehr Grafik-Aufträge anzunehmen, um das Schreiben am Leben zu halten.
Es folgte eine Zeit, in der ich recht unglücklich mit der Situation war. In meinem Arbeitsalltag gab es nur noch wenig Platz für meine eigenen Buchprojekte und ich musste auf festgelegte Zeiträume ausweichen, in denen ich mir extra freinahm, um zu schreiben. Im Sommer fuhr ich aufs Land (was ich auch schon vor meiner Selbstständigkeit getan hatte, um meiner Großmutter auf dem kleinen Grundstück zu helfen und zu schreiben) und zu Beginn des Jahres gab es meist zwei Wochen, in denen ich mich in einer Ferienwohnung einmietete und dort schrieb.

Das neue System funktionierte, auch wenn es den Schwerpunkt meiner Arbeit extrem verschob. Ich musste lernen, den Büchern mehr Zeit zu geben und Freude aus dem neuen Kerngeschäft, dem Coverdesign, zu schöpfen. Nach einer Weile gelang mir das ziemlich gut und ich fand mich in der neuen Situation ein. Die Arbeit machte Spaß und in der Schublade steckten Pläne, wie ich das Verhältnis zwischen dem Schreiben und der Arbeit am Kunden in den kommenden Jahren wieder ausgewogener gestalten könnte.
Man kann sagen, dass ich glücklich war.
Mein Leben und mein Unternehmen haben sich immer weiterentwickelt. Langeweile gab es nicht und ich wurde weder krank, noch zweifelte ich an meinen Entscheidungen und Plänen. Diese ersten sieben Jahre meiner Selbstständigkeit waren die beste Zeit meines Lebens. Und auch privat lief es toll.
Und dann kam Corona
Es ist wirklich erstaunlich. Obwohl ich diese Krankheit nie hatte und die Einschränkungen, welche die Pandemie mit sich brachte, mich kaum betroffen haben – immerhin war ich sowieso rund um die Uhr im Homeoffice und außerhalb meiner Arbeit verbarrikadierte ich mich in einer Holzhütte auf dem Land – hat mir Covid mein Leben komplett und auf allen Ebenen ruiniert.

2020 stellten mein Mann (damals noch mein Freund) und ich unabsichtlich die Weichen, für die größte Krise, die unsere fast zwei Jahrzehnte andauernde Beziehung bis dato gesehen hatte. Corona und eine große Portion fieses Schicksal taten den Rest. Übrig blieb nur ein Trümmerhaufen aus Leid, Angst und Frust.
Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen und es bräuchte ohnehin mehr als nur einen Blogpost, um all die irrwitzigen Zusammenhänge und Kettenreaktionen, die das Ergebnis schlüssig erklären könnten zu beschreiben. Aber zusammengefasst kann man sagen, dass alles, was nach und wegen Corona geschah, dazu geführt hat, dass nicht nur meine zuvor überdurchschnittlich gute Gesundheit komplett ruiniert wurde – über einen Zeitraum von fünf Jahren sorgten die Kausalzusammenhänge und Folgen der wegen Corona getroffenen Lebensentscheidungen außerdem dafür, dass ich so ziemlich alles, was ich mir erarbeitet hatte, verlor.
Zu Beginn noch schleichend. Ein paar Rückenprobleme, weniger Zeit für Kreatives und das Schreiben, weil ich plötzlich über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg sieben Tage die Woche rund um die Uhr mit jemandem zusammen war (mein Freund war von der Agentur dauerhaft ins Homeoffice gewechselt) und es keine Gelegenheit mehr gab, an sich selbst oder an neue Projekte zu denken.
Gleichzeitig „musste“ ich plötzlich 365 Tage im Jahr zweimal täglich für zwei Personen kochen und übernahm außerdem den Großteil der Hausarbeit. Neben meiner 60-Stunden-Woche … Einige völlige Fehlplanung, die mein Freund und ich zu verantworten haben. Wir haben schlicht nicht gemerkt, dass die häuslichen Pflichten, wenn zwei Personen rund um die Uhr daheim Leben und arbeiten, auch durch zwei geteilt werden müssen. Dieses Phänomen haben sicher viele Frauen erlebt. Obwohl man eigenständig, emanzipiert und berufstätig ist, verfällt man in einer solchen Situation häufig in veraltete Rollenbilder. Oft, wie in meinem Fall, geschieht das ganz automatisch. Ohne, dass man es gemeinsam beschließt oder dass der Partner es von einem erwartet. Ich kann bis heute nicht fassen, dass ich es nicht sofort bemerkt habe und stattdessen aktiv daran gearbeitet habe, mir unnötigerweise noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Und natürlich ist es auch ein Problem, dass mein Freund nicht gesehen hat, wie ich mich mehr und mehr übernommen habe, damit er es bequem hat. Wir waren Idioten. Man kann es nicht anders sagen.
Es wurden mehr Coverprojekte angenommen, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu decken. Dank Corona gab keine Urlaube mehr und in der Folge immer mehr gesundheitliche Probleme.
Die sogenannten passiven Einnahmen brachen nach und nach weg. Wer keine Bücher mehr schreibt, erhält auch keine Tantiemen. Wer einen YouTube-Kanal betreibt, jedoch keine tollen oder generell überhaupt keine Videos mehr produziert, weil er weder Zeit für den Schnitt hat, noch Freiraum für kreative Arbeit, kann keine Monetarisierungseinnahmen erzielen. Wer sich vollständig aus der Community ausklinkt, weil er rund um die Uhr arbeitet (putzt und kocht), verliert nicht nur den beruflichen Anschluss, er büßt auch sein komplettes Sozialleben ein.
Letztendlich stellte ich alle kreativen Projekte ein und kam die unglückliche Lage, die entfallenen Einnahmen mit Kundenaufträgen ersetzen zu müssen. Was nicht bedeuten soll, dass ich Kundenaufträge nicht mag. Ich liebe meine Arbeit mit Autoren und Verlagen! Es ist nur so, dass ein Mensch auch Freizeit braucht. Und Schlaf. Um jedoch meinen Lebensunterhalt in dieser neuen Unternehmensversion bestreiten zu können, mussten das Privatleben und alle eigenen Kreativprojekte vollständig abgeschafft werden.
Die Situation wurde schlimmer und schlimmer. Es folgten Bandscheibenvorfälle, Infektionen, Migräne, Panikattacken, Kieferpressen, Schwindel, Tinnitus und für mich völlig neu: extreme psychische Probleme. Selbstmordgedanken war mir als „Macherin“ bis dahin fremd gewesen. Nun stand ich damit auf und ging damit ins Bett. Es war schlimm.
2024 war ich bereits völlig am Ende. Obwohl ich inzwischen diverse Krankheiten hatte, war ich der Arbeit seit Jahren nicht einen Tag ferngeblieben. Es gab keinen Zufluchtsort mehr, keine Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Meine Einnahmen flossen mittlerweile praktisch direkt an den Staat, da ich trotz der Rund-um-die-Uhr-Tätigkeit inzwischen lediglich die geschäftlichen und privaten Fixkosten decken, jedoch keine Firmenausgaben mehr tätigen konnte. So wurde zum ersten Mal in zehn Jahren Selbstständigkeit nichts mehr in das Unternehmen investiert und die zu versteuernden Einnahmen ergaben sich nicht (wie es sein sollte) aus der Differenz zwischen Umsatz und Ausgaben. Es existierte nur noch Umsatz. Und der wurde voll versteuert. Was zwangsläufig dazu führte, dass im Folgejahr eine noch höhere Einnahmelatte gelegt und erreicht werden musste. Was zu noch mehr Arbeit führte …
Während ich also auf der einen Seite alles tat, um mein Unternehmen in die finanzielle Abwärtsschraube zu manövrieren, verlor ich auf der anderen Seiten jeden Anschluss zu Kollegen, Familie und Freunden. Am Höhepunkt dieser „Arbeitslager-Isolation“ hatte ich Direktnachrichten auf Instagram seit über drei Jahren nicht mehr gelesen. Private Whatsapp-Nachrichten lagen teilweise bis zu sechs Monaten ungelesen herum. Im Alltag hatten nur noch Pflichten Platz. Freizeit und Privatleben waren komplett entfallen. Der absolute Tiefpunkt war erreicht. Dachte ich.
Und dann kam der Krebs
Mein Mann erkrankte an akuter myeloischer Leukämie. Doch das ist eine andere Geschichte und ich glaube auch nicht, dass man wirklich erläutern muss, was diese Diagnose mit dem Betroffenen und natürlich auch mit seinen nächsten Angehörigen macht. Man kann sagen, dass unser Drama nun perfekt war. Wir hatten an allen Fronten verloren und dem Horror nichts mehr entgegenzusetzen.
Alles, was unsere Beziehung ausmachte, war bereits auf der Strecke geblieben. Keine gemeinsamen Urlaube mehr, keine tollen Gespräche, keine Pläne für die Zukunft, keine Ausflüge, kein Essengehen, keine (wirklich absolut keine) schönen Momente mehr. Nur noch Eintönigkeit, Krankheit und Pflicht.

Es versteht sich von selbst, dass sowohl meine berufliche Situation als auch meine angeschlagene Gesundheit ab diesem Moment endgültig von der Liste der in Angriff zu nehmenden Dinge gestrichen wurden. Wir mobilisierten noch mal alles, was ging, und nahmen den Kampf gegen die Krankheit auf. Mehrere Krankenhäuser, mehrere Chemotherapien, eine Sepsis und die Stammzellentransplantation dominierten die folgenden zehn Monate. Es war emotional die zermürbendste Zeit, die wir je erlebt hatten, und sie hat Narben hinterlassen. Das steht fest.
2025 (heute) haben wir die Krankheit in die Schranken gewiesen und versuchen langsam und angeschlagen wie wir sind, unser Leben neu zu ordnen.
Der kreative Zweig meines Unternehmens ist zerstört. Krankheiten auf beiden Seiten haben uns den Rest gegeben. Und einen einfachen Ausstieg aus dem Teufelskreis, der vor Jahren seinen Anfang genommen und nun sein volles Ausmaß erreicht hat, gibt es nicht. Jeder Lösungsansatz würde unweigerlich bedeuten, dass ich auch den letzten Teil meiner Selbstständigkeit, das Coverdesign, aufgeben muss. Und dazu ich bin nicht bereit. Schlicht deswegen, weil mit diesem letzten Überbleibsel meiner Firma auch das letzte bisschen Laura eliminiert werden würde. Ich kann auf keinen Fall alles aufgeben.
Etappenziele sind nun angesagt. Die passiven Einnahmen wiederzubeleben, wird dauern. Schließlich resultieren sie aus Prozessen und Projekten, die regelmäßig bewirtschaftet und weiterentwickelt werden müssen. Die große Aufgabe lautet also, sich nach und nach Zeitfenster zu schaffen, in denen sich sowohl um meine Gesundheit als auch um die Wiederherstellung der ursprünglichen Selbstständigkeit mit ihren spannenden Entdeckungen, dem Kennenlernen neuer und toller Menschen und der Entwicklung neuer Ideen zu kümmern.
Im Privaten versuchen wir bereits, mir Räume zu schaffen und mich ein wenig zu entlasten. Finanziell wird es die nächsten Jahre ein „enges Höschen“ aber auch hier kann ich auf Unterstützung bauen, sollte es einmal schlechte Monate oder Engpässe geben.
Leider haben die Ärzte mir bisher in keiner Weise helfen können. Und während die Krankenkassenbeiträge analog meiner immer weiter steigenden Einnahmen (von denen ich jedoch aus oben genannten Gründen immer weniger behalten darf) immer höher werden, erhalte ich von den Ärzten, sofern sie mich denn überhaupt empfangen, keine Behandlung. Immer wieder werde ich an Mediziner weitergeleitet, deren Therapien die Kasse nicht übernimmt. Ungünstig, wenn man parallel ohnehin schon ums finanzielle Überleben kämpft.
Denn auch die Krebs-Monate habe die Kasse geplündert. Man macht sich keine Vorstellung, wie teuer es ist, einen erkrankten Partner zu haben. Reise-und Hotelkosten oder auch die Tatsache, dass monatelang Nahrungsmittel täglich neu angeschafft werden mussten, weil aufgrund der Immunsuppression nichts bereits gekochtes an Folgetagen gegessen werden durfte oder bereits geöffnete Lebensmittelverpackungen verwendet werden durften. Es gab vieles, das plötzlich doppelt so teuer wurde.
Da das Gesundheitssystem mir also nur gegen Geld helfen wird und meine (in meinen Augen gewaltige) monatliche Zahlung an die Krankenkasse offenbar nicht zählt, werde ich auch dieses Problem im Alleingang angehen müssen. Ich will es unbedingt versuchen und bin sicher, dass meine Gesundheit unmittelbar mit meiner Lebensführung – die ich in den letzten Jahren absolut nicht beeinflussen konnte – zusammenhängt. Sobald also Hoffnung, Perspektive und die sogenannten „schönen Momente“ wieder in den Alltag einziehen, sollte der Körper folgen.
Neben vielen kleinen Veränderungen steht daher natürlich auch eine umfassende Optimierung der Prozesse und Abläufe im Bereich des Grafikdesigns auf der Tagesordnung. Denn völlig unabhängig von privaten oder gesundheitlichen Problemen haben sich hier Vorgehensweisen eingeschlichen, die weder für mich noch für meine Kunden von Vorteil sind.
Es wurde ein bisschen wild.
Waren es anfangs „nur“ Buchcover, die ich für meine Kunden gestaltet habe, so haben sich nach und nach weitere Posten ergeben, wie z. B. Flyer, Banner, Buchtrailer, der Buchsatz, Social-Media-Grafiken, und und und …
Grundsätzlich ist es natürlich eine tolle Idee, mehrere Dienstleistungen anzubieten. Ein schönes Komplettpaket für das jeweilige Buchprojekt. Nur leider hapert es hier extrem an der Planung.
Gewöhnlich äußern Autoren zu Beginn schlicht den Wunsch nach einem Cover. Von Printwerbeartikeln oder anderen Vorhaben ist nicht die Rede. Ist das Cover dann fertig, folgen plötzlich viele Ideen und Wünsche. Grundsätzlich kein Problem aber in dem Moment, in welchem der fünfte Kunde Aufträge spontan und zeitkritisch nachschießt, kann es zu einem werden.
Die Rechnung ist einfach. Nehmen wir an, ich erhalte zehn Aufträge für je ein Buchcover. Diese sollen binnen sechs Wochen umgesetzt werden. Das passt. Jedes Projekt erhält seine Aufmerksamkeit, es können auch mal mehrere Layout-Schleifen gedreht werden und ich habe nebenbei sogar noch Zeit etwas zu essen, zu schlafen oder anderen Arbeiten nach zu gehen.
Nun entscheiden jedoch acht der zehn Autoren spontan, dass sie weitere Artikel nachordern wollen. Natürlich sind die Begleitumstände noch nicht geklärt. Welche Druckerei nehmen wir für das Lesezeichen? Wie viele Seiten soll die Leseprobe haben. Welche Texte sollen auf den Banner? Während der eigentliche Auftrag also bereits abgeschlossen und das Cover fertig ist, beginne ich mit acht Kunden mehrmals täglich hin- und herzuschreiben, um die Vorgaben und Wünsche der nachträglichen Posten abzuklären. Da ich die dafür aufgewendete Zeit nicht von den Projekten meiner anderen Kunden abzweigen möchte – immerhin können die ja nichts dafür, dass ihre Kollegen mich über den besprochenen Zeitrahmen hinaus weiter beanspruchen – arbeite ich die Wochenenden durch und verzichte auf den Großteil meiner Freizeit. Die zusätzlichen Kleinaufträge laufen also parallel zu den eigentlich für diesen Zeitraum geplanten Aufträgen. Da mein Arbeitstag auf diese Weise immer voller und voller wird, verlängert sich auch die Warteliste. Musste man ein Projekt ursprünglich etwa 4-6 Wochen vor Umsetzungsbeginn bei mir anmelden, sind es mittlerweile bereits Monate. Der Frust auf Kundenseite steigt. Und meiner auch.
Gleichzeitig sind diese Spontanprojekte aufs große Ganze gerechnet für mich ein Nullsummenspiel. Die schlechte bzw. nicht vorhandene Planung und das Chaos, dass diese Posten verursachen, führen dazu, dass die Menge an E-Mails und Support, die ich aufwenden muss, in keinem Verhältnis zu den von mir für den eigentlichen Artikel angebotenen Pauschalpreis stehen. Ich kann aber schlecht 500 € für ein Lesezeichen nehmen.
Eine Rechnung darüber, welche meiner Dienstleistungen sowohl gewinnbringend für mich also auch sinnvoll planbar und somit gut für die internen Abläufe und damit gut für die Warteliste ist, lässt sich rasch aufstellen. Ihr Ergebnis ist eindeutig. Wenn du effizient arbeiten, dich nicht mit Aufträgen überlasten und gleichzeitig das vorrangige Bedürfnis deiner Kunden bedienen möchtest: gestalte ausschließlich Cover und lass alles andere weg! Nur so lassen sich Pauschalpreise halten – und ich hänge an diesen Pauschalpreisen.
Ich möchte, dass meine Kunden im Vorfeld wissen, was sie bezahlen müssen. Doch das funktioniert nur, wenn der grundsätzliche Aufwand kalkulierbar ist. Ein Festpreis ergibt sich aus dem Durchschnittswert aller Projekte im selben Segment. Wenn aber die Hälfte der Kunden eine Art Sonderbehandlung erhält, muss der Preis erhöht werden. Ergo: Verlässliche Kunden, die sich an Ansprachen halten, zahlen am Ende mehr und erhalten weniger. Während Projekte mit vielen (ungeplanten) Posten unterm Strich günstiger sind. Das ist weder fair noch logisch. Und dazu soll es nicht kommen.
Die Tatsache, dass ich bereits auf fünf Monate im Voraus ausgebucht bin, obwohl der Großteil der kommenden Projekte Kleinigkeiten und Sonderwünsche sind, ist ebenfalls ein Warnsignal. Es braucht nicht viel Phantasie, sich vorzustellen wie fünf Monate mit 30 Coveraufträgen oder fünf Monate mit 100 Cover- und Sonderaufträgen aussehen könnten. Ganz klar, dass unterm Strich nur Stress dabei herauskommt.
Ebenfalls ist es ein Problem, dass viele Autoren mich als eine Art persönliche Assistentin sehen. Eigentlich benötigen sie einen Buchcoach, schauen aber erst einmal, ob man diese Dienstleistung nicht auch gratis zum Cover dazu bekommen kann. Und da ich grundsätzlich gerne helfe und einige Tipps und Erfahrungsberichte schon immer Teil meiner Arbeit waren, kann dies schnell außer Kontrolle geraten. Am Ende recherchiere ich für meine Kunden den passenden Distributor. Nicht, weil ich so gutherzig bin. Schlicht deswegen, weil ich so schneller an die relevanten technischen Infos zur Erstellung der Coverdaten gelange. Die Alternative wäre eine tage- oder wochenlange Kommunikation zum Thema Buchveröffentlichung, die die Projektzeit extrem verlängern würde. Ganz zu schweigen davon, dass meine Arbeit in diesem Fall absolut kostenlos wäre. Ich bin nämlich kein Buchcoach. Wenn ich einer sein wollte, würde ich diese Dienstleistung anbieten und auch beziffern ;).
In diesem Fall verhält es sich aber so, als würde man ein Haus bauen und seinen Bauleiter fragen, welche Schule in der Nähe am besten für die eigenen Kinder geeignet ist? Aber er baut das Haus. Überlegungen zu Umfeld und Co obliegen dem Auftraggeber. Und so ist es auch bei einem Buchcover. Es wäre Irrsinn, wenn ich als Designer entscheiden würde, welcher Veröffentlichungsweg gewählt wird. Der Autor muss diese Wahl treffen, damit sie ideal zu seinen Bedürfnissen und zu seinem Buch passt.
Warum sich für mich etwas ändern muss
Ich kann meine Arbeit nur gut und richtig machen, wenn man mich lässt. Das betrifft natürlich auch oben erwähnte Schicksalsschläge und die generellen Umstände. Davon ausgehend, dass künftig nicht noch mehr Pandemien und tödliche Erkrankungen auf mich und mein Umfeld warten, ist meine einzige Einschränkung das Pensum. Etwas, das ich eigentlich selbst festlegen kann. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein ausgewogenes Verhältnis aus bezahlten und eigenen Projekten der erfolgreichste und gesündeste Weg sind, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und gleichzeitig neue Ideen entwickeln zu können und auch privat Erfüllung zu finden.
Es ist jedoch nicht möglich gleichzeitig entspannt, fokussiert und glücklich zu sein, während man seine gesamte Freizeit in ungeplante, schlecht organisierte Tätigkeiten pumpt, die jegliche Struktur und Planbarkeit an allen anderen Fronten außer Kraft setzen.
Damit ich also wieder die Designerin, Selbstständige und Autorin – eben die Laura, die alle mögen und schätzen – sein kann, muss ich zum Wesentlichen zurückkehren.
Warum sich für meine Kunden etwas ändern muss
Wer ein Buch auf qualitative Weise herausbringen möchte, ist auf Planbarkeit angewiesen. Weder kann es sein, dass er seine Werbeartikel erst Monate nach der Veröffentlichung erhält, noch ist es fair, dass von ihm gebuchte Projektzeit in die Projekte anderer Autoren fließt.
Was Deadlines und Termine angeht, ist auf mich Verlass. Das war schon immer so. Bisher konnte ich diese Verlässlichkeit beibehalten, obwohl die Arbeitsbedingungen sich drastisch und zum Negativen verändert haben. Damit Autoren auch künftig das bekommen, was sie bestellt haben, und zwar pünktlich und auf eine Weise, die zu ihrem Veröffentlichungsplan passt, muss ich sicherstellen, dass nichts ausufert.
Niemand möchte hören „Sicher kann ich dein Cover erstellen, aber eben erst in acht Monaten“. Welcher Autor ist schon in der Lage das nächste Buchprojekt, lange bevor es begonnen wurde und noch während er am aktuellen arbeitet, konkret bei mir anzukündigen? In seltenen Fällen ist das schon passiert, aber Spaß macht eine Auf-gut-Glück-Anmeldung, bei der keiner der Beteiligten weiß, ob es wirklich zur Umsetzung kommt und ob diese zum geschätzten Zeitpunkt startet, nicht. Buchcover sollen weiterhin termingerecht und planbar bei mir bestellt werden können.
Was sich ändert
Im Laufe der Jahre hat sich mein Angebot stark verändert. Zuletzt konnte man neben Buchcovern diverse Dienstleistungen buchen. Die Menge an Werbe-Artikeln und die oftmals daraus resultierende (kostenlose) Beratung hat sämtliche Abläufe verkompliziert, die Warteliste für meine Kunden unnötig in die Länge gezogen und den Boden für ungeplante und unvorbereitete Spontanaufträge bereitet, was für alle Beteiligten zum Nachteil werden kann.
Um also weiterhin termingerecht und verlässlich für meine Kunden arbeiten zu können, fallen ab 2026 folgende Dienstleistungen weg:
- Buchsatz (Print)
- eBook-Formatierung
- Flyer, Postkarten, Lesezeichen und Co
- individuelle Mock-ups
- Social-Media-Grafiken
- Buchtrailer
Ausnahmen bestätigen die Regel. Viele Stammkunden sind ein gewisses Gesamtpaket von mir gewöhnt und ich werde im Einzelfall entscheiden, was individuell beibehalten werden kann und was künftig evtl. in andere Hände gegeben werden sollte. Auch bin ich natürlich weiterhin stets bemüht in „Notfällen“ zu helfen und zu unterstützen.
Wichtig ist mir, dass die Umsetzung von unkoordinierten Sonderwünschen nicht weiter auf Kosten meiner Freizeit, meiner Gesundheit und meines Unternehmens geht. Niemand hat mir in den letzten Jahren absichtlich schaden wollen. Das ist mir klar. Nicht ein einzelner Auftrag für ein Lesezeichen-Layout oder eine nachgeschobene Korrektur am Buchsatz haben Chaos gestiftet. Es war die Vielzahl an Anfragen und die generelle Selbstverständlichkeit mit der meine Bereitschaft es allen Recht zu machen, die aus einem gesunden Unternehmen und einer gesunden Laura etwas gemacht haben, das nur noch Brände löscht. Damit es also weiterhin tolle Buchprojekte geben kann und eine zeitnahe Verfügbarkeit eurer Designerin gewährleistet ist, muss das Angebot verschlankt werden.
Für einige wird sich diese Umstellung zunächst negativ anfühlen aber, wenn man genauer darüber nachdenkt, gibt es ja einen Grund, wieso Autoren gerade mich für ihr Cover beauftragen. Da draußen gibt es viele Designer. Wer mich bucht, möchte ein Laura-Newman-Cover. Und dazu muss Laura Newman auch Laura Newman sein. Leider ist sie in den letzten Jahren verloren gegangen. Und glücklicherweise ist die Covergestaltung der einzige Bereich, den das generelle Drama noch nicht berührt hat. Damit das jedoch so bleibt, und ein Laura-Newman-Cover auch weiterhin ein Laura-Newman-Cover ist, müssen wir zum Wesentlichen zurückkehren. Und das Wesentliche ist nicht nur eine Tätigkeitsbeschreibung. Das Wesentliche ist in diesem Fall eine einzige Zutat.
Das Wesentliche bin ich.
Liebe Laura, ich habe soeben eine Anfrage an dich per Mail rausgeschickt.
ich kann alles komplett nachvollziehen, wie du es oben geschildert hast.
Daher möchte ich dir jetzt schon einen klaren Plan vorstellen:
1. Veröffentlichung über Amazon KPD, eBook und Print asap
2. Cover
3. Buch-Satz und Formatierung (aus Word)
Genre Detektiv Roman, erster Band einer Serie
ca. 80.000 Wörter, Weiter Bände in Arbeit.
Dafür bitte ein Angebot, danke und GLG Bernd